Russland stoppt Robbenjagd – Kanada dagegen erhöht die Fangquote
von Walter Karpf
Russland hat das Ende der Jagd auf Sattelrobben-Junge bekannt gegeben und man glaubt seinen Sinnen nicht. Der zuständige Minister Yuryi Trutnev bedankt sich bei den Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) und der Öffentlichkeit dafür, dass sie dieses Ergebnis durch steten Druck auf ihn und die gesamte Regierung erzwungen haben.
„Das blutige Robbenschlachten, das Töten wehrloser Tiere, das man nun wirklich nicht ‚Jagd’ nennen kann, ist jetzt in Russland verboten“, sagt der Minister. Unter anderem war es der IFAW mit seiner Europäischen Robbenkampagne, die dem Minister zunächst die Jagd auf „Whitecoats“, also bis zu elf Tage alte Babys der Sattelrobben mit weißem Fell, abrang. Jetzt gibt es ein Jagdverbot auf alle Sattelrobbenjungen bis zum Alter von einem Jahr. „Wir sind sehr glücklich darüber, dass ein großer und bedeutender Staat wie Russland sich einmal mehr auf die Seite des Tierschutzes begeben hat.“ sagt Petra Deimer von der Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM). „Jetzt müssen wir nur noch erreichen, dass EU-intern jeglicher Handel mit Robbenprodukten verboten wird. Das würde endlich auch das Ende der kanadischen Robbenjagd bedeuten“.
Mit großer Sturheit hat Kanada sich bisher allen Argumenten und allem Druck von NGOs und vielen Staaten widersetzt und hält an der in jeder Hinsicht widersinnigen Jagd fest. Soeben hat die zuständige Fischereiministerin für die Saison 2009 die Jagd auf 338 200 Robben in Kanada freigegeben – 55 000 mehr als im Jahr zuvor.


