Walfleisch in den Niederlanden gestoppt
Island kann es nicht lassen. An Bord des japanischen Containerschiffs NYK ORION waren mindestens sieben Container mit Finnwalfleisch auf dem Weg von Island nach Japan als Greenpeace Aktivisten sich am 2. April an Bord fest ketteten. Sie forderten, die geschützte Fracht im Hafen von Rotterdam zu entladen. Finnwale gehören zu den bedrohten Arten, die durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA oder CITES) geschützt sind. Das bedeutet, der kommerzielle Handel mit den Produkten von Finnwalen – und anderen Walarten – ist in den 175 CITES-Mitgliedsländern verboten.
Allerdings haben sowohl Island als auch Japan gegen die CITES-Bestimmung einen Vorbehalt eingelegt, der sie von den Bestimmungen befreien kann. Stellt sich nun die Frage, was die Behörden im niederländischen Rotterdam aus dem Fall machen. In der EU gelten strenge Walschutz-Gesetze, und die Rotterdamer Hafenpolizei versprach, das Walfleisch nicht auf die Weiterreise in das nach Seegetier nimmersatte Japan gehen zu lassen.
Als Island vor rund 20 Jahren versuchte, Walfleisch über den Hamburger Hafen nach Japan zu verschiffen, hatten Greenpeace Mitarbeiter auch davon Wind bekommen und die deutschen Behörden benachrichtigt. Die Folge: Auf deutschem Territorium wurden die damals ebenfalls sieben Container mit Walfleisch beschlagnahmt und einige Monate an die Kette gelegt. Nach langer Prozedur wurde die tief gekühlte Ladung nach Island zurückgeschickt. Island musste wenigstens die hohe Stromrechnung und Lagergebühren bezahlen, die offenbar hoch genug waren, um die kühlen Nordmänner gründlich zu ärgern.
Petra Deimer-Schütte, 05.04.2010


