400.000 Sattelrobben zum Töten freigegeben – Super-Gau der kanadischen Politik
Für die kommerzielle Robbenjagd an der Ostküste Kanadas, die am Wochenende begann, hat die Regierung in Ottawa die Quote gegenüber dem Vorjahr drastisch erhöht: von 330.000 auf 400.000 Sattelrobben. Dies ist die höchste Quote aller Zeiten.
Offensichtlich will die kanadische Regierung damit ein Zeichen setzen: ein Trotz-Zeichen gegen das von der Europäischen Union im Jahr 2009 erlassene Importverbot für Robbenprodukte jeglicher Art. Kritische Beobachter in aller Welt können über den Schritt von Ottawa nur den Kopf schütteln. Ob mit oder ohne EU-Verbot – seit Jahren mehren sich die Anzeichen, dass die Robbenjagd überholt und sinnlos ist, weil sie in besonderem Maße inhuman ist und die Felle auch niemand mehr braucht.
Die Preise für die Felle sind auf dem Markt in den letzten Jahren immer weiter gesunken, und die meisten Robbenjäger bleiben deshalb zu Hause. Aus der Quote von 330.000 Robben im vergangenen Jahr wurden nur 66.000 Felle angelandet.
Genau genommen beträgt die Quote für 2011 sogar 468.200 Tiere, denn zusätzlich zu den 400.000 Sattelrobben gab die kanadische Regierung auch 60.000 Kegelrobben und 8.200 Klappmützen zum Töten frei.
Die Meeresbiologin und Vorsitzende der GSM Petra Deimer: “Erschwerend hinzu kommen die von Jahr zu Jahr schlechteren Eisbedingungen. Es ist ökologisch unverantwortlich, jetzt immer noch derartig in die Natur einzugreifen. Die Sattelrobben sind ohnehin in einer kritischen Situation. Ihre Kinderstube ist das Eis, und das Eis schmilzt dramatisch und damit die Chancen für ihre Zukunft.”
Ulrich Schnapauff


