Japan macht weiter
Das Land investiert vier Mal so viel in den Walfang wie in den vergangenen Jahren.
Japan wird den Walfang fortsetzen. Wahrscheinlich im Dezember wird die Walfangflotte in Richtung Antarktis auslaufen und eine noch nicht festgelegte Zahl von Walen töten. Der Etat dafür, 2 000 000 000 Yen (20 Millionen Euro), ist vervierfacht worden. Vor allem geht das Geld in Maßnahmen, die die Fangflotte gegen Störversuche internationaler Tierschutzorganisationen absichern soll. „Wir planen, die Forschungsarbeiten zu beginnen, sobald wir sichergestellt haben, dass sie nicht mehr gestört werden“, sagt Fischereiminister Michihiko Kano und meint mit dem Begriff Forschungsarbeiten das Schlachten von vermutlich 800 bis 1000 Walen verschiedener Arten. Im vergangenen Winter war die Flotte von Aktivisten der Organisation Sea Shepherd aus der Antarktis vertrieben worden. Eine Schmach, die das stolze Japan nur schwer hinnehmen konnte.
Die internationale Gemeinschaft hatte gehofft, dass die Tsunami-Katastrophe und das darauf folgende Atom-Desaster von Fukushima den Japanern das Gefühl geben könnte, ohne Gesichtsverlust aus dem hoch subventionierten Walfang auszusteigen. Was aber mag sie bewogen haben, doch weiterzumachen? Fühlen sie sich blamiert durch die Vertreibung durch Sea Shepherd? Haben sie etwas gutzumachen, weil alle Welt nach dem Atom-Unglück die Qualität japanischer Technik angezweifelt hat?
Weil wir noch nie begriffen haben, warum Nippon dermaßen stur am Walfang festhält, gegen den Willen fast der ganzen Welt, deshalb werden wir auch nicht begreifen, warum es nun nicht aufhören kann, obwohl die Gelegenheit günstig wäre.
Walter Karpf


