Japans Walfangflotte ausgelaufen

Japan kann es nicht lassen. Obwohl das vom Tsunami schwer getroffene Land für den unlukrativen und international geächteten Walfang tief in die Tasche greifen muss, ist seine Fangflotte wieder auf dem Weg in Richtung Antarktis. Über 900 Zwergwale stehen einmal mehr auf der Abschussliste und womöglich 50 Finnwale – und das in dem schon 1994 durch die Internationale Walfang Kommission (IWC) etablierten Schutzgebiet „Southern Ocean“ (Südlicher Ozean) in antarktischen Gewässern.

Dass Japan im vorigen Jahr seine avisierte Quote nicht voll ausschöpfen konnte, liegt allein an den Störmanövern der Organisation „Sea Shepherd“, die die Fangflotte aus den antarktischen Gewässern vertrieben hat. Die noch immer fadenscheinige Ausrede für den japanischen Walfang: Die Wale würden nicht zu kommerziellen Zwecken gejagt, sondern im Namen der Wissenschaft. Bekanntlich ist der Walfang zu kommerziellen Zwecken durch das IWC-Moratorium seit der Saison 1986/87 verboten. Man darf davon ausgehen, dass Japan auch im kommenden Frühjahr wieder in der nördlichen Hemisphäre auf Walfang gehen wird, wie auch Norwegen – und vielleicht Island.

Insgesamt wurden in der Saison 2010/2011 wieder 1526 Wale abgeschossen. Dazu kommen (nur grob zu erfassende) Beifänge aus der Fischerei und Todesfälle durch die Schifffahrt. Genannt wurden 234 Opfer; die Dunkelziffer ist mit Sicherheit viel höher.

Petra Deimer
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