Auch Taiwan verweigert jetzt den Handel mit Robbenprodukten aus Kanada

Ein Verbot für den Handel mit Produkten von Meeressäugetieren hat das Parlament von Taiwan erlassen. Der Beschluss wurde einstimmig gefasst. Von dem Verbot ausgenommen sind Produkte, die Ureinwohner mit traditionellen Jagdmethoden gewonnen haben.
 
Damit schließt sich Taiwan den USA, der EU, Russland, Kasachstan und Mexiko an, die Robbenprodukte schon früher unter ein Embargo gestellt hatten. In Taiwan wurde bekannt, dass das Land in der Zeit von 2003 bis 2009 Robbenöl in einem Volumen von 430.000 Kilogramm importiert hat und damit der viertgrößte Abnehmer von Robbenöl außerhalb Kanadas war.
 
Kanadas kommerzielle Robbenjagd verliert immer mehr an Bedeutung. Der Umsatz belief sich in den letzten Jahren auf nur noch rund eine Million Dollar pro Jahr. Den Niedergang versuchen die kanadische Regierung und die Provinzregierung von Neufundland/Labrador durch Subventionen aufzufangen. So wurden dem Verarbeitungsbetrieb Carino in Neufundland im April letztes Jahr 3,6 Mio Dollar an Lohnzuschüssen zur Verfügung gestellt, damit er Robbenfelle für zukünftige Märkte produziert.
 
Kurz zuvor hatte die Vereinigung der Robbenjäger bekannt gegeben, dass es bereits einen Lagerbestand von 400.000 Robbenfellen gebe.
 
Ulrich Schnapauff