Schweinswal_Solo

Von der Sichtung bis zur Karte
Wassersportler sichten Schweinswale

Im Jahr 2002 initiierte die Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere e.V. (GSM) das Projekt „Wassersportler sichten Schweinswale“. Die beiden wichtigsten Ziele des Projekts sind Öffentlichkeits- bzw. Aufklärungsarbeit und das Sammeln von Schweinswal-Sichtungen. Denn durch unbeabsichtigten Beifang in der Fischerei, Umweltverschmutzung und Nahrungsknappheit gilt der Ostsee-Schweinswal heute als „vom Aussterben bedroht“ (Rote Liste bedrohter Tierarten). Mit Öffentlichkeitsarbeit und wissenschaftlicher Auswertung von Sichtungsmeldungen soll der Schutz des einzigen in der Ostsee heimischen Wals langfristig gesichert werden.

Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit wird kontinuierlich betrieben: Über Pressemeldungen werden aktuelle Themen des Schweinswalschutzes verbreitet, die Internetpräsenz unter www.gsm-ev.de dient als Plattform für die Veröffentlichung von Informationsmaterialien (Meldebögen, Sichtungskarten, Fotos, Videos und wissenschaftliche Arbeiten) und im Sommer wird an der deutschen Ostseeküste vor Ort informiert. Jedes Jahr zu Beginn der Wassersportsaison verschickt die GSM an Häfen, Segelvereine, Campingplätze und sonstige Interessensgruppen einen umfangreichen Infobrief. Am Internationalen Tag des Ostseeschweinswals (jeder dritte Sonntag im Mai) weist die GSM auf einer Pressekonferenz nochmals auf die Wichtigkeit der gemeldeten Schweinswal-Sichtungen hin.

Die Meldungen von Schweinswalsichtungen gehen bei der GSM per Sichtungsbogen (Postweg, Fax, Email), Online-Formular (über www.gsm-ev.de) oder Telefon ein und werden auf einer Datenbank gesammelt und wissenschaftlich ausgewertet. Im ersten Schritt wird in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) die Schweinswal-Sichtungskarte erstellt. Diese ist im Papierformat und als interaktive Version verfügbar. In der interaktiven Karte werden durch Klicken auf die Symbole Details (Anzahl der Tiere, Datum, Uhrzeit etc.) zu den Sichtungen sichtbar.
Zur weiteren wissenschaftlichen Auswertung wird ein mathematisches Verfahren genutzt, mit dessen Hilfe eine so genannte „Aufwandkorrektur“ der Sichtungsdaten erfolgt. Dadurch ist es möglich die Schweinswal-Dichte für verschiedene Gebiete zu ermitteln. Diese werden anschließend verglichen und genauer analysiert.
Schweinswalsichter sollten unbedingt die folgenden Grunddaten einer Sichtung notieren, da diese für die wissenschaftliche Auswertung zwingend erforderlich sind. Grunddaten: Datum der Sichtung, Uhrzeit, sichere Anzahl gesichteter Schweinswale, davon sicher identifizierte Jungtiere, genaue Angaben zur Position (am besten GPS) und der Name des Sichters.

Die Ergebnisse der Auswertung werden in einem wissenschaftlichen Papier veröffentlicht und im Beratungsausschuss des Schutzabkommens für Kleinwale in Nord– und Ostsee (ASCOBANS) eingereicht. Dort dienen diese und weitere Daten dann als Entscheidungsgrundlage für die Ausweisung neuer Schutzgebiete und der Vorbereitung weiterer Schutzmaßnahmen.

Wassersportler leisten einen aktiven Beitrag zum Schutz der bedrohten Ostsee-Schweinswale. Denn durch die Meldung der gemachten Beobachtungen wird eine Datengrundlage geschaffen, die nicht nur eine anschauliche Karte hervorbringt, sondern auch die Möglichkeit einer weiterführenden wissenschaftlichen Auswertung liefert.

Bitte melden Sie deshalb jede Schweinswalsichtung an die GSM: Online-Formular